Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik des 13. und 14. Jahrhunderts

Gefördert durch die DFG (für voraussichtlich acht Jahre) 

 

Laufzeit: seit 2009 

 

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Ridder (Tübingen), Prof. Dr. Paul Sappler † (Tübingen) und Prof. Dr. Hans-Joachim Ziegeler (Köln) 

 

Projektmitarbeiter in  Tübingen: M.A. Reinhard Berron, Dr. Sandra Linden, Dr. Rebekka NöckerM.A. Patrizia Späth (ehem. Mitarbeiter: M.A. Uta Dehnert, Fabienne Detoc, M.A. Anne Kirchhoff, Dr. Matthias Kirchhoff)

 

Hier gelangen Sie zur Homepage des Projekts: www.versnovellistik.uni-koeln.de/8150.html

 

Kurzbeschreibung:

Ziel des Projektes ist die Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik ('Mären') des 13. und 14. Jahrhunderts. Es handelt sich um 171 Texte im Umfang von ca. 58.500 Versen (insgesamt sind ca. 172.000 Verse überliefert). Das Corpus umfasst die 113 von Heinrich Niewöhner für sein 'Neues Gesamtabenteuer' (NGA) vorgesehenen Texte, von denen aber nur ein erster Band mit 37 Stücken 1937 erschienen ist (2. Aufl. 1967 mit Lesarten). Dazu kommen 58 Stücke aus dem Überlieferungsumfeld, die aus einer dem Genre unangemessenen, rigoristischen Auffassung von literarischen Gattungen bislang ausgeschlossen waren. Aus pragmatischen Gründen sind Stücke ausgeschlossen, die in neueren Autor- und Corpusausgaben vorliegen.

Einerseits soll also Heinrich Niewöhners unabgeschlossenes NGA zu Ende geführt werden, andererseits ist, da sich Ziele, Methoden und Technik der Edition seit Niewöhner weiterentwickelt haben, eine Erneuerung des ganzen Konzepts angezeigt (es sind daher auch die 37 Texte aus dem ersten Band des NGA neu zu bearbeiten).

Die Anlage der Edition orientiert sich an der Überlieferung der Texte. Die Stücke des Corpus folgen in ihrer Anordnung der jeweils ältesten sie überliefernden Handschrift; verschiedene Fassungen einer Verserzählung stehen aber beieinander.

Ziel der Textherstellung ist eine Gebrauchsfassung, nicht die Rekonstruktion eines Autortextes oder eines Archetyps. Bei Einfachüberlieferung wird überlieferungsnah ediert, bei Mehrfachüberlieferung nach dem Leithandschriftenprinzip verfahren. Leithandschrift ist in der Regel der älteste Zeuge, während die Abweichungen der anderen Handschriften im kritischen Apparat festgehalten werden. Wenn Textversionen nicht mehr sinnvoll auf eine einzige Leithandschrift zurückbeziehbar sind, wird dieses Verfahren auf mehrere synoptisch parallel wiedergegebene Fassungen angewandt.

Die Ausgabe will wissenschaftlichen Benutzern, Studierenden und literarhistorisch Interessierten durch einen Stellenkommentar den Zugang zu den Verserzählungen erleichtern. Der Stellenkommentar dient der Rechtfertigung der Textherstellung, bietet aber auch Material für das Verstehen und Deuten des Textes. Kommentiert werden insbesondere textliche und sprachliche Schwierigkeiten, es werden aber auch literatur- und kulturhistorische Informationen gegeben. Häufiger vorkommende Wörter und Wendungen werden nicht im Stellenkommentar, sondern in einem Auswahlwörterbuch erläutert.

An jeden Text schließt sich ein Allgemeinkommentar an. Dieser bietet Informationen zu folgenden Aspekten: Überlieferung, Ausgaben, Textkritik und Editionsform, Entstehungssituation, Stoff- und Motivtraditionen, Beziehungen zu anderen Texten, Literatur.

Neben der Buchausgabe wird eine elektronische Edition erarbeitet, die dem Benutzer zusätzlich zu den Texten und Kommentaren auch Faksimiles der wichtigsten Handschriften verfügbar macht.

Die Arbeit des Projektes soll in acht Jahren in zwei Arbeitsgruppen (mit jeweils 1,5 Stellen) in Tübingen und in Köln geleistet werden.

Mit dem Abschluß der Edition wären nahezu alle deutschen novellistischen Verserzählungen des Mittelalters nach heutigen Editionsstandards verfügbar. Die deutschsprachige Versnovellistik könnte damit auf zuverlässiger Grundlage in die vergleichende Analyse der europäischen Versnovellistik einbezogen werden.

 

 

 

Presseberichte

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