Wessobrunner Schöpfungsverse

Wessobrunner Schöpfungsverse, clm 22053, fol. 65v u. fol. 66r

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Dat * fregin ih mit firahim
firi uuizzo meista. Dat ero ni
uuas. noh ufhimil. noh paum
noh pereg ni uuas. ninohheinig
noh sunna ni scein. noh mano
ni liuhta. noh der mareo seo.
Do dar niuuiht ni uuas enteo
ni uuenteo. 7 do uuas der eino
almahtico cot. manno miltisto.
7 dar uuarun auh manake mit
inan cootlihhe geista. 7 cot
heilac. Cot almahtico. du
himil 7 erda * uuorahtos.

 

7 du mannun so manac coot
for*pi. for gip mir indino
ganada rehta galaupa.
7 cotan uuilleon. uuistóm
7 spahida 7 craft. tiuflun
za uuidarstantanne. 7 arc
za pi uuisanne. 7 dinan uuil
leon za * uurchanne.
Qui non uult peccatasua penitere.
ille uenit iterum ubi iam amplius
illum non penitebunt. nec illorum
se ultra erubescit.

 

Sprecher: Dr. Derk Ohlenroth.
Text: Altdeutsches Lesebuch, Nr. XXIX
Schluß eines Faszikels mit lateinischen Exzerpten elementaren theologischen, geographischen und metrologischen Schulwissens, darunter einigen althochdeutschen Glossen.
7 = Tironische Note (=römisches Abkürzungszeichen) für et, hier als ahd. enti zu verstehen.
* = Senkrecht durchstrichene Rune X (=Sternrune) für das Präfix ga-.
Die Anfänge der drei Hauptabschnitte des Textes sind durch größere rote Anfangsbuchstaben hervorgehoben (f. 65v, Z. 2,8,13). Zahlreiche Punkte knapp über der Zeile dienen als Interpunktion und markieren im Versteil dier Vers-, z.T. auch Halbversschlüsse. Die Überschrift ist in Unzial-Schrift, der übrige Text in karolingischer Minuskel.