Aktuelles

Ankündigung der Neuerscheinung: Anil Batthi und Dorothee Kimmich (Hg.): Similarities. A Paradigm for Culture Theory. Columbia University Press Oktober 2017.

This volume is a collection of papers based on the idea that the concept of similarity could offer a new, alternative approach in culture studies, as compared to the hitherto dominant paradigm of difference. The concepts of identity and otherness are both becoming ever more questionable, not least due to global political events of the last few decades. The assumption of distinct cultural identities in the era of postmodern migratory flows seems increasingly inadequate. Though the postcolonial critique of identity has emphasized alterity and hybridity, this has remained within the paradigm of difference as an overall perspective. For these reasons, it is important not only to discuss, but also to reflect upon whether a concept of similarity can be developed alongside the concept of difference which has hitherto dominated culture studies. The category of similarity offers an alternative for examining our complex cultural world.

This book seeks to introduce and explore important and exemplary interpretations of similarity for research in culture studies. The essays presented here come from literary and cultural studies, from philosophy, political science, sociology, ethnology, and history. The essays are arranged according to their systematic perspectives: the first part of the book deals with conceptual attempts to establish the relevance of similarity for culture studies, while the second part is devoted to testing different areas and models of application. The book explores the theoretical range of the concept of similarity in historical and systematic terms. Similarity is seen not only as a heuristic concept, but also as an argument and an alternative option in cultural practice. That is why it was discredited by suggesting that it supported an assimilationist position leading to a forceful adjustment of cultures, gender, or religion. In addition, similarity and thinking in similarity were supposedly part of a premodern way of thinking belonging to other times and places, part of primitive stages of culture or a premodern epoch, and therefore part of a different order of things which was distinct from a rationalist modern epoch in which only exact concepts are valid. Thinking in similarity does in fact oppose the desire to draw precise borders and exact definitions. But this supposed drawback can be an advantage when dealing with complex phenomena of culture where fluid transitions, multiple overlappings, and broad spatial borders are given. The specific epistemological achievement of the category of similarity consists in offering new ways of seeing the diffuse dynamics and fuzzy relations characteristic of our contemporary complex and entangled world. Thinking about similarity opens different possibilities for dealing with the problems of complex societies than do methodologies focused on differences. Thinking about similarity should not be (mis-)understood as a false form of harmonization or leveling of differences. Rather, considerations of similarity contain a subversive potential to expose the claimed antagonisms and radical incompatibilities of opposition, differences, as nothing more than ideology.

 

 

 

Neuer Erasmusplus-Austausch mit der Ilia State University Tiflis

Ab dem Wintersemester 2017/18 besteht ein Dozierenden- sowie Studierenden-Austauschprogramm zwischen der Universität Tübingen und der Ilia State University in Tiflis (ISU), der von Tübinger Seite von Prof. Dr. Dorothee Kimmich geleitet wird.

 

Die ISU wurde 2006 gegründet und gilt mit ca. 15000 Studierenden als führende Forschungsinstitution in Georgien und Modelluniversität für das gesamte Kaukasusgebiet. Ihre germanistische Abteilung ist inner- wie außeruniversitär hervorragend vernetzt und bietet den Studierenden eine hoch qualifizierte Ausbildung. Ausbildungs- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich kulturwissenschaftlicher Literaturwissenschaft und bieten zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für eine Kooperation mit der Universität Tübingen. Neben dem regen Interesse der georgischen Studierenden und Forschenden an Fragen der Transnationalität und Migration im deutsch-georgischen Kontext, bietet das multireliglösen und ethnisch höchst diverse Georgien eine große Fülle an kulturwissenschaftlicher Forschung und Projektarbeit, die zu einem regen Austausch zwischen den Mobilitätspartnern und -partnerinnen aus Tübingen und Tiflis führen soll. Das ISU bietet ihren internationalen Besuchern und Besucherinnen  zudem eine exzellente institutionelle Infrastruktur und eignet sich außerordentlich für die Umsetzung von (studentischen) Forschungsprojekten.

 

Der Austausch mit der Ilia State University sieht den Austausch von 1 Studierenden pro Semester vor. Bewerben können sich Studierende der Germanistik, Komparatistik, Kulturwissenschaften oder Slawistik. Sollte der Platz nicht vergeben werden, können auch Free Mover aus anderen Fächern zugelassen werden.

 

Das Programm wird gefördert mit Erasmusplus-Mobilitäten in Höhe von 600 € im Monat für Austauschstudierende der Universität Tübingen. 

 

Daneben besteht auch ein Dozierendenaustausch. 

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich an Tamara Fröhler (tamara-madeline.froehler[at]uni-tuebingen.de).

 

Näheres zum Bewerbungsverfahren sowie den Erasmus-Programmen finden Sie hier.

 

 

 

"Die vergessene Mitte der Welt - unterwegs zwischen Tiflis, Baku, Eriwan"

Alexandershilf. Foto: Nestan Tatarashvili.

 Lesung und Gespräch mit Dr. Stephan Wackwitz am 16.05.2017, 18 Uhr, Stadtmuseum Tübingen. Eintritt frei.

 

Der Autor und Leiter des Goethe-Instituts Tiflis, Dr. Stephan Wackwitz, stellt im Stadtmuseum bereits publizierte und noch unveröffentlichte Texte zur Geschichte, Kultur und Gesellschaft Georgiens vor. Am äußersten Rand Europas gelegen, überlagern sich im Südkaukasus die historischen Spuren eines uralten Kulturlandes mit einer langen Tradition der Einwanderung und der pulsierenden Atmosphäre des postsowjetischen Wandels. In seinen Reiseberichten, Reflexionen und Essays erzählt Stephan Wackwitz eindringlich von der Vielschichtigkeit dieser einzigartigen und viel zu häufig ‚vergessenen ‘ Region im Herzen des eurasischen Kontinents.


Stephan Wackwitz leitet seit 2011 das Goethe-Institut in Tiflis und ist daher profunder Kenner des Landes sowie seiner Geschichte und Gesellschaft. Der mehrfach ausgezeichnete Autor verfasst Reiseberichte, autobiographische Schriften und publiziert regelmäßig im Merkur. 

 

 

 

"Political Ecology and the meander of modernity"

Interdisziplinäres Kolloquium des Forum Scientiarum, Audimax Universität Tübingen, 30. Mai, 20 Uhr c.t.  

Prof. Dr. Dorothee Kimmich im Gespräch mit Prof. Dr. Bruno Latour.

 

 

"Entsicherte Tiefen. Abgründe, Hohlräume und Tiefenkräfte in Literatur und Ästhetik seit 1800"

Tagung in der Österreichische Akademie der Wissenschaften, 25.-27. Mai 2017, organisiert von Prof. Dr. Dorothee Kimmich und Dr. Sabine Müller. 

Zum Programm gelangen Sie hier.

 

 

Summerschool "Riskantes Verstehen: Ästhetik, Verantwortung, Kommunikation"

Höderlinturm, 19.05., 16 Uhr

Roundtable mit Prof. Dr. Dorothee Kimmich, Peter Nisbet und Thomas Thiemeyer, Moderation: Ernst Seidl.

 

 

Körper im Visier. Körper und Visibilität in Diskriminierungsprozessen Interdisziplinärer Workshop 04./05. Mai 2017

 

Diskriminierung existiert nicht ohne spezifische Kategorien wie Stereotype, Stigmata und Ungleichheit; Kategorien, die zumeist auf die Sichtbarkeit, Repräsentation und Wahrnehmung des Körpers verweisen. Wissen, Medien, Text, Sprache und visuelle Wahrnehmung überlagern sich, wenn sich Stereotype und Stigmata in Diskriminierungsprozessen manifestieren. Wie lassen sich diese Strukturen, in denen sich Diskriminierung reproduziert, genauer beschreiben? Unterscheiden sich die verschiedenen Diskriminierungsformen in der Art und Weise, wie sie auf den Körper zugreifen?

 

Im Zentrum des Workshops steht die Funktion des Körpers und dessen Visibilität bei der Erzeugung von sozialer Ungleichheit durch Kategorien wie Rasse, Geschlecht, Disability, Alter und Adipositas. Der ‚sichtbare Körper‘ wird dabei nicht nur als ein soziales Stigma verstanden, sondern ebenso als Austragungsort unterschiedlicher Diskurs- und Wissenssysteme sowie als eine existentielle Größe, etwa in der Erfahrung der Diskriminierten selbst.

 

Der Workshop wird von der Exploration-Funds-Forschergruppe „Körper im Visier“ ausgerichtet und bringt in einem interdisziplinären Setting verschiedene Disziplinen der Human- und Geisteswissenschaft wie Psychologie, Soziologie und Literaturwissenschaft zu einander ins Gespräch.

 

Das Tagungsprogramm finden Sie hier.

 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Carolin Mehnert (carolin.mehnert[at]uni-tuebingen.de).

 

 

 

Springschool "Participatory Cultures and New Ethical Paradigms in the Global South"

Weltethos-Institut Tübingen, 05.04.2017, 10 Uhr c.t.

Prof. Dr. Dorothee Kimmich: "Similarity in Cultural Theory"

Das weitere Programm finden Sie hier.

 

 

Neuerscheinung: Dorothee Kimmich: Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne. Konstanz: Konstanz University Press 2017.

Während »die Differenz« in den Theoriedebatten des 20. Jahrhunderts Schule machte, versammelte die Geschichte der Ähnlichkeit, von der unser Erkennen und Urteilen abhängt, nur wenige Anhänger um sich und war selten Ausgangspunkt kulturtheoretischer Diskussionen. Dabei ordnen wir die Welt, die Dinge, Farben, Töne und Erinnerungen, Gesichter und Geschichten, indem wir Ähnlichkeiten und Unähnlichkeiten wahrnehmen und bewerten. Und ohne die Fähigkeit, etwas oder jemanden zu imitieren und nachzuahmen, erlernen wir weder eine Sprache noch Klavierspielen, weder Radfahren noch Seilspringen. Wiedererkennen, Zuordnen und Urteilen sind grundlegende Fähigkeiten, mit denen wir uns im Alltag orientieren.

 

Ins Ungefähre führt auf das Gebiet des theoretisch wie praktisch anschlussfähigen Konzepts der Ähnlichkeit, das in der Moderne zwar immer wieder thematisiert, dann aber doch folgenreich übergangen wurde. Werden Ähnlichkeiten zugunsten von Differenzen und Oppositionen übersehen, so ist dies nicht nur ein erkenntnistheoretisches, sondern vor allem ein politisches Problem. Die Gleichheit vor dem Gesetz und die Ähnlichkeit der Kulturen ergänzen sich und machen deutlich, dass radikale Alterität keine Gegebenheit, sondern eine Frage der Perspektive ist.

 

Zum Flyer gelangen Sie hier

 

Zum Inhalt gelangen Sie hier.

 

Zur Leseprobe gelangen Sie hier.