Mobilität

Unsere spätmoderne, selbstreflexive Gegenwart ist davon geprägt, dass transnationale Prozesse und neue mediale Praktiken auf komplexe Weise ineinandergreifen. Der enge zwischenstaatliche Kontakt von Schweden, Dänemark und Norwegen, die Einwanderungsdebatte in diesen Ländern und nicht zuletzt das besondere skandinavische Interesse an Internet- und Kommunikationstechnologien weisen ‚Mobilität’ als einen Fachgegenstand mit hoher gesellschaftlicher Relevanz aus.

 

In der skandinavistischen Literatur- und Kulturwissenschaft wurde der Mobilitätsbegriff zunächst in der Reiseliteraturforschung verhandelt, deren Arbeitsfelder sich inzwischen durch postkoloniale Zugänge erweitert haben. Eine fächerübergreifende Perspektive ist unerlässlich, da beispielsweise kulturgeographische, sozialwissenschaftliche oder medienhistorische Aspekte zu berücksichtigen sind. Neuere Studien widmen sich etwa dem Tourismus und der Arbeitsmigration – sie untersuchen diese Arten von Mobilitätshandlungen im Kontext der Globalisierung.

 

In der aktuellen Diskussion um migrantische Texte und Autoren dient der Mobilitätsbegriff häufig einer metaphorischen Auslotung von Grenzüberschreitung oder Hybridität und hat zu einer Neubewertung von sowohl Exil- als auch mehrsprachiger Literatur geführt. Auch hier gilt es, das Verhältnis von Raum, Ort und Zeit in neuen Konstellationen zu bestimmen.