B.A. Deutsch als Zweitsprache - Sprachdiagnostik und Sprachförderung

Zum Wintersemester 2010/11 führte die linguistische Abteilung des Deutschen Seminars den B.A. Studiengang "Deutsch als Zweitsprache - Sprachdiagnostik und Sprachförderung" ein. Der Studiengang wird im Rahmen eines Kombinations-Bachelorstudiengangs ausschließlich als Hauptfach angeboten. Er gliedert sich in drei Studienjahre, die jeweils im Wintersemester beginnen, und kann mit folgenden Nebenfächern kombiniert werden:

 

 

Auf Antrag sind auch andere Fächerkombinationen möglich.

 

Profil

Der Tübinger DaZ-Studiengang führt jüngste Erkenntnisse aus Linguistik, Spracherwerbsforschung, Psychologie, Neurologie und Pädagogik zusammen und macht sie für die Sprachförderung in Deutsch als Zweitsprache nutzbar. Gerade in diesem Bereich benötigt die Gesellschaft in vorschulischen, schulischen und außerschulischen Institutionen dringend spezifisch ausgebildetes Personal.

 

 

Um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund adäquat in ihrer Sprachentwicklung zu fördern, bedarf es neben sprachlichen (phonologischen, semantischen, morphologischen, syntaktischen, pragmatischen, typologischen) und entwicklungspsychologischen Kenntnissen auch Kompetenzen im Umgang mit diagnostischen Verfahren zur Sprachstandsbestimmung und -entwicklung sowie Kenntnisse über Erwerbsverläufe im frühen Zweitspracherwerb und über Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des Spracherwerbs.

 

Eingebunden in das aktive Tübinger Verbundforschungsnetzwerk zwischen Linguistik und Kognitionswissenschaften  leistet er einen Transfer aktueller interdisziplinärer Forschungserkenntnisse in die gesellschaftliche Praxis.

              

Studienverlauf

Der DaZ-Studiengang ist so konzipiert, dass zunächst das sprachwissenschaftliche Fundament gelegt wird. Hierauf aufbauend werden sprachanalytische Fähigkeiten bezogen auf verschiedene Spracherwerbsszenarien weiter entwickelt. Um dabei auch die Herkunftssprachen in einen gesamtheitlichen Sprachförderprozess einbeziehen zu können, werden die Studierenden anhand verbreiteter Migrantensprachen (insb. Türkisch, Russisch) an sprachtypologische Analysen herangeführt. Parallel zu den linguistischen Inhalten wird in den ersten beiden Studienjahren ein breites Grundlagenwissen in den Bereichen Sprachentwicklung, Sprachförderung und Sprachdiagnostik gelegt sowie im dritten Studienjahr zu Methodik und Statistik. Die Studierenden erwerben das nötige Fachwissen, das methodische Handwerkszeug und das didaktische Know-how, um eine altersgerechte Sprachförderung planen, durchführen und evaluieren zu können. 

 

 

Die Studierenden wenden im 3. und 4. Semester ihr erarbeitetes Wissen in einem supervidierten Praktikum an, in dem sie studienbegleitend über ein Jahr hinweg in kooperierenden Kitas und Schulen die Kolleginnen und Kollegen vor Ort in der Sprachdiagnostik und Sprachförderung unterstützen und so wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

                                     

 

Projekte

Neben der Unterstützung von Bildungseinrichtungen mit hohem Migrantenanteil möchte der Studiengang auch eine Brücke schlagen zwischen den verschiedenen Kulturen der Tübinger Community und der Universität. Deshalb engagieren wir uns in zahlreichen Projekten, wie dem Theatercamp.

 

Das Theatercamp ist ein Projekt für Kinder mit Migrationshintergrund und/oder mit Sprachförderbedarf, das in enger Kooperation von der Stadt Tübingen, dem Landestheater Tübingen und der Universität im Abstand von 2 Jahren durchgeführt wird. Studierende des Studiengangs "Deutsch als Zweitsprache - Sprachdiagnostik und Sprachförderung" betreuen dort in den Pfingstferien über einen Zeitraum von zwei Wochen rund 60 Kinder der Klassenstufen 2 bis 5 und erarbeiten mit ihnen ein Theaterstück. Die Kinder sind entsprechend ihres zuvor ermittelten Sprachentwicklungsstands in mehrere relativ homogene Gruppen aufgeteilt und können so optimal in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden.

 

Schwäbisches Tagblatt 11.05.2013, Schwäbisches Tagblatt 29.05.2013Tagblatt 20.06.2011,  Tagblatt 25.06.2011, Newsletter Uni-Tuebingen aktuell Nr.3/2011).

 

 

Berufsfelder

Da Sprache der Schlüssel zur Bildung ist, brauchen wir, um Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund adäquat zu fördern, in allen vorschulischen und schulischen Institutionen spezifisch ausgebildetes Personal. Die DaZ-Ausbildung in pädagogischen Berufen wird ein wichtiger Einsatzbereich unserer Absolventinnen und Absolventen sein. Die Studierenden, die diesen Berufsweg einschlagen möchten, wählen als Nebenfach Erziehungswissenschaft. Darüber hinaus bieten sich unseren Absolventinnen und Absolventen mit dem Nebenfach Erziehungswissenschaften auch Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Sprachberatung in sozialen Einrichtungen und als pädagogische Assistentinnen und Assistenten in Schulklassen mit hohem Migrantenanteil.

 

 

Daneben ergeben sich je nach Schwerpunktsetzung auch in Zusammenhang mit weiteren Nebenfach-Optionen vielfältige Berufsperspektiven: Die Verbindung mit der Computerlinguistik ermöglicht eine zukunftsträchtige Spezialisierung auf die Entwicklung und den Einsatz computergestützter, multimedialer Lehrformen. Die Kombination mit Germanistik oder Internationalen Literaturen eröffnet Einsatzfelder in der Sprach- und Kulturvermittlung im In- und Ausland.       

          

Bewerbung und Zulassung

Die Zulassung erfolgt jeweils zum Wintersemester; Bewerbungsschluss ist der 15. Juli. Ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher mit Berufserfahrung und ohne Abitur haben die Möglichkeit, über eine Eignungsprüfung in den Studiengang aufgenommen zu werden.

 

Weitere Informationen zur Bewerbung erhalten Sie im Studentensekretariat.

 

Informationen für internationale Studierende finden Sie hier.

Kontakt

 

Prof. Dr. Doreen Bryant

 

Studienkoordination und -beratung: Beate Erhard

Universität Tübingen - Philosophische Fakultät - Deutsches Seminar

Wilhelmstraße 50 - 72074 Tübingen

Sprechzeiten nach Vereinbarung

Telefon: +49 7071 29-74272

beate.erhard[at]daz.uni-tuebingen.de