Sommersemester 2018

Sprechstunde

Die Sprechstunde findet mittwochs von 11.00-12.00 Uhr statt.

Am 9.5., 16.5. und 23.5. (Pfingsten) entfällt die Sprechstunde.

 

 

Aktuelle Lehrveranstaltungen

 

HS Poststrukturalismus revisited

Obwohl in der Literaturwissenschaft spätestens seit den 1970er Jahren omnipräsent, fällt eine systematische Einordung des Poststrukturalismus nach wie vor schwer. Beim Poststrukturalismus handelt es sich nicht um eine philosophische Schule im klassischen Sinne, sondern viel mehr um eine Tendenz, um eine bestimmte Art, Welt, Wissen und Wahrheit zu begreifen. Diskursanalyse, Dekonstruktion und Intertextualität sind nur einige Ansätze, die im Assoziationszusammenhang des Poststrukturalismus verortet werden. Gemeinsam ist den Ansätzen zunächst nur ein semiotisches Weltverständnis. Daraus folgend wird auch das Subjekt als Produkt der Zeichen verstanden, das durch Sprache erst hervorgebracht wird. Diese Annahme des Subjekts als eminent literarisches macht den Poststrukturalismus für die Literaturwissenschaften besonders produktiv.

In diesem Seminar, das sich an Studierende richtet, die Interesse an Literaturtheorie haben, werden klassische Texte, die dem Poststrukturalismus zugeordnet werden, gelesen und diskutiert, um ein Panorama der verschiedenen Ansätze und Anliegen vorzustellen und sie jeweils kritisch auf ihr produktives Potenzial zu befragen.

 

HS: Krieg schreiben. Krieg in Literatur und Film

Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen sind seit der griechischen Antike nicht nur Gegenstand von Geschichtsschreibung, sondern auch Anlass, Thema und Motiv von Literatur und Film. Antike Texte wie die Ilias oder auch Julius Caesars De Bello Gallico bringt man nicht selbstverständlich mit Krieg und Frieden, Catch 22 oder Platoon in Verbindung. Dafür gibt es gute Gründe. Die Kriege sind andere geworden: Die Art und Weise, persönliches Leid und politische Strategie darzustellen, ist fast nicht mehr vergleichbar.

Unbestritten ist allerdings, dass die Wahrnehmung von Kriegen immer im Medium geschah: Wir kennen ihn aus mündlichen Berichten, als Erzählung, als Bild und als Film. Verherrlichung und Verklärung, Ideologie, Lüge, Kritik, Abschreckung und Warnung gehören in unterschiedlicher Weise zu den Texten und Filmen, die daher ein breites Repertoire an Erzählformen, Figuren, Verfahren und Metaphern entwickelt haben, um Kriege darzustellen und vorstellbar zu machen. Krieg in der Literatur berührt die Fragen nach Genderperformance, Medieneinsatz, Maschinen und Menschen und nach einer Ästhetik der Gewalt.

Literatur:

u.a. Grimmelshausen, Simplicius Simplicissimus (1668); Schiller, Wallensteins Lager (1799); Die Jungfrau von Orleans (1801); Tolstoi, Krieg und Frieden (1868/69); Hasek, Der brave Soldat Schweijk (1920/21); Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues (1929); Joseph Roth, Flucht ohne Ende (1929); Daniel Kehlmann, Tyll (2017)

Filme:

u.a. Apocalypse now; Full Metal Jackett; Platoon; No Man's Land

 

VL: Texte zur Literaturtheorie des 20. und 21. Jahrhunderts